Abwasserzweckverband Röderaue

Der Abwasserzweckverband Röderaue besteht seit dem Jahre 1992. Er ist aus den Gemeinden Frauenhain, Raden und Zabeltitz hervorgegangen. Mit der Gemeindegebietsreform kamen dann die Ortsteile Pulsen und Koselitz der Gemeinde Röderaue zum Verband.
Im Jahre 2004 wurden mit Beschluss des Gemeinderates Zabeltitz und der Verbandsversammlung des AZV die OT Görzig, Nasseböhla, Skaup, Strauch, Skäßchen, Krauschütz, Uebigau und Stroga der Gemeinde Zabeltitz in den Verband aufgenommen.
Die Gemeinde Wülknitz wurde mit Wirkung vom 01.01.2006 Verbandsmitglied und übertrug die Aufgabe der Abwasserbeseitigung dem AZV Röderaue. Mit dem Übergang der Gemeinde Zabeltitz zur Stadt Großenhain am 01.01.2010 wurde die Stadt Großenhain mit den Ortsteilen der ehemaligen Gemeinde Zabeltitz Mitglied im Verband.

Der AZV betreut seit dem 01.01.2006 4 Kläranlagen, 47 Pumpwerke und ca. 68 km Kanalisation. Durch den Beitritt der Gemeinde Wülknitz erhöht sich der Verantwortungsbereich auf ca. 7020 Einwohner (Stand: 30.06.2017). Der Verband betreut darüber hinaus mehrere Ortsteile mit dezentraler Entsorgung bei der Beantragung und Errichtung von vollbiologischen Kleinkläranlagen.

Die Verwaltung des Abwasserzweckverbandes befindet sich im Gebäude des Trinkwasserzweckverbandes Pfeifholz.


Ziel der Abwasserbehandlung

ist eine Beseitigung der Abwasserinhaltsstoffe und eine Wiederherstellung der natürlichen Wasserqualität. Nach § 57 WHG muss Abwasser vor der Einleitung in ein Gewässer (Direkteinleitung) nach dem Stand der Technik behandelt werden. Die Mindestanforderungen werden konkret für bestimmte Industriebranchen in der Abwasserverordnung genannt. Die Einleitung in öffentliche Abwasseranlagen (Indirekteinleitung) wird durch § 58 WHG bestimmt.


Die Abwasserbehandlung geschieht zentral in Abwasserreinigungsanlagen bzw. vorher schon dezentral in Abscheideanlagen. Man unterscheidet dabei mechanische/physikalische, biologische und chemische Reinigungsverfahren. Wasser, das zum Beispiel zum Autowaschen verwendet wurde, oder mit Leichtflüssigkeiten verunreinigt wird (z. B. aus einer Tankstelle) muss vor Einleitung in den Abwasserkanal in einer Abscheideranlage vorbehandelt werden.


Neben der Behandlung in technischen Kläranlagen kann Abwasser unter gewissen Umständen auch auf Rieselfeldern versickert werden, in Mulden abgesetzt, oder in Abwasserteiche sowie Pflanzenkläranlagen eingeleitet werden.


Die Behandlung von Abwässern außerhalb des Kanaleinzugsgebietes findet in Kleinkläranlagen statt. Unterschieden wird hierbei zwischen veralteten Systemen ohne Abwasserbelüftung (DIN 4261 Teil 1) und den heute geforderten Kleinkläranlagen mit belüfteter Reinigungsstufe (DIN 4261 Teil 2).


Auf dem Weg vom (Indirekt-)Einleiter zur Abwasserreinigungsanlage finden Prozesse statt, die das Abwasser verändern. Es kann damit zur Bildung von Geruchs- und Gefahrstoffen, wie z. B. dem toxischen Schwefelwasserstoff (H2S), kommen, was nicht nur negative Auswirkungen auf den Abwasserreinigungsprozess hat, sondern größtenteils Ursache für Geruchsbelästigungen (riecht wie faulende Eier) ist, Gefahren für Menschen (H2S ist ein Nervengas, das selbst in geringen Konzentrationen tödlich wirken kann) darstellt, und die Zerstörung der Abwasserbauwerke und -einrichtungen mit sich bringt. Durch entsprechende Maßnahmen, wie z. B. durch eine zwischenstufliche Abwasserbehandlung in Entwässerungsanlagen, können diese Prozesse eingedämmt bzw. beherrscht werden.


Abwässer, die in Wasseraufbereitungsanlagen anfallen, werden immer häufigerer in diesen Anlagen auch wieder aufbereitet. Hierdurch wird die Nettoausbeute an Reinwasser gesteigert und die abzuführende Rest-Abwassermenge vermindert. Als Beispiel wird hierfür die Spülabwasseraufbereitung in Aufbereitungsanlagen für Trink- und Badewasser angeführt. In Gebieten mit Wassermangel ist auch die teilweise Rückführung und Wiederverwendung von Regenerierabwässern wirtschaftlich. Hierfür kommen jedoch nur die Vorlauf- und Restwaschwassermengen infrage, die einen niedrigeren oder gleichen Salzgehalt wie das Rohwasser aufweisen.